Muffins statt Buchmesse

Eigentlich würde ich jetzt gerne von meiner Lesung auf der Buchmesse in Leipzig erzählen. Dort hätte ich nämlich am 12.03. um 11.30 Uhr im Literaturcafé in Halle 4 Stand B 600 aus meinem gerade fertiggestellten Manuskript „Sei tapfer im Leben“ lesen sollen. Kaum zu glauben, dass dies gerade mal knapp eine Woche her ist.

Tatsächlich habe ich dort nicht gelesen, die Leipziger Buchmesse wurde abgesagt. Ebenso wie meine anschließende Fahrt nach Berlin, wo ich auf einem ganz bestimmten Dachboden nach Unterlagen einer ganz bestimmten Person suchen wollte, um diese für mein nächstes Buchprojekt zu studieren. Was sich vor wenigen Tagen noch niemand vorstellen konnte, wird bei aller Unwirklichkeit immer realer.
Dieses verflixte Virus hat uns fest im Griff, unser aller Leben wird wild durcheinandergewirbelt. Eher ungewollt entschleunigen wir, sind daheim und überlegen uns, wie wir unsere Tage und Wochen, vielleicht Monate, sinnvoll gestalten.

Gegessen wird immer

Wie etlichen anderen auch, sind mir sämtliche Aufträge weggebrochen. Anstatt mir schlaue Konzepte zu überlegen oder eine kulinarische Lesung vorzubereiten, hoffe ich auf bessere Tage, räume die Terrasse auf und koche / backe mich durch allerlei Rezepte. Und fühle mich gerade in Zeiten der Aroma Station zurückversetzt, als ich ständig neue Köstlichkeiten ausprobiert, serviert und fotografiert habe. Nun, warum nicht. Gegessen wird immer, hier also eine kleine Anregung für diejenigen, die es manchmal gerne süß mögen.

Übrigens: dieses Rezept ist ausdrücklich auch für diejenigen geeignet, die dieser Tage tonnenweise Mehl kaufen und nun nicht wissen, was sie damit anfangen sollen. Besser wäre es ja, einfach mal ein paar Packungen auch für andere im Regal stehen zu lassen. Aber wenn sich schon der Mehl-Kaufrausch Bahn bricht, dann liebe Leute: backt wenigstens etwas schönes und teilt es mit anderen – zum Beispiel diese Himbeer-Streusel-Muffins.

Himbeer-Streusel-Muffins

Himbeer-Streusel-MuffinZutaten den Teig (ergibt 12 Stück):
2 cup (240 g) Weizenmehl
1 cup (225 g) Zucker
2 TL Backpulver
1/2 TL Salz
2 Eier
1 cup (240 ml) Buttermilch
1/4 cup (55 g) geschmolzene Butter
1/4 cup (55 g) Raps- oder Sonnenblumenöl
1 TL Vanille-Extrakt / alternativ 1 Päckchen Vanillezucker
1 1/2 cup (ca. 200 g) Himbeeren (frisch oder gefroren)

Zutaten für die Streusel:
2/3 cup (60 g) Weizenmehl
1/3 cup (75 g) Zucker
1/4 TL Ingwerpulver
1 Prise Salz
4 tbsp (56,8 Gramm) kalte Butter in kleinen Würfeln

Himbeer-Streusel-MuffinZubereitung:
Mischen Sie in einer großen Schüssel Mehl, Zucker, Backpulver und Salz und verquirlen Sie in einer zweiten Schüssel Eier, geschmolzene Butter, Öl, Buttermilch und Vanille-Extrakt. Wenn Sie Vanillezucker verwenden, geben Sie diesen in die Schüssel mit den trockenen Zutaten.
Geben Sie anschließend die flüssige Mischung zur trockenen Mischung und verrühren Sie alles mit einem Löffel bis alle Klümpchen aufgelöst sind und ein geschmeidiger Teig entsteht.
Heben Sie nun vorsichtig die Himbeeren unter. Sollten Sie gefrorene Beeren verwenden, bestäuben Sie diese zunächst mit 1-2 TL Mehl. Auf diese Weise verhindern Sie eine Rotfärbung des Teigs.
Für die Streusel mischen Sie Mehl, Zucker, Salz und Ingwerpulver und kneten dann die Butter hinein bis sich die Mischung in kleine Klümpchen verwandelt.
Heizen Sie den Ofen auf 200°C (Ober- / Unterhitze) vor, legen sie die Mulden des Muffinblechs mit Papierförmchen aus und füllen Sie den Teig ein. Die Förmchen werden bis fast zum Rand gefüllt.
Anschließend verteilen Sie die Streusel darüber. Pro Förmchen benötigen Sie etwa einen gehäuften Esslöffel.
Backen Sie die Muffins ca. 20 – 25 Minuten (Stäbchenprobe), lassen Sie sie anschließend vollständig auskühlen und bewahren Sie sie luftdicht auf.

Guten Appetit!

Übrigens: Feine Rezepte gibt es auch in meinem Buch Eine Möhre auf Weltreise. Erhältlich über den Buchhandel (ISBN 978-3-86476-118-8) oder gerne direkt bei mir (per Email bestellen). Autoren müssen ja auch irgendwie leben…